
Weitwandern trainieren: 8 Tipps für deine optimale Vorbereitung
Foto: Sebastian Doerck
Wer mehrere Tage in den Bergen unterwegs ist, braucht Ausdauer, Kraft und mentale Stärke. Mit der richtigen Vorbereitung wird Weitwandern nicht nur leichter, sondern auch sicherer. Hier findest du die wichtigsten Trainingstipps für deine Mehrtagestour.
Inhalt
Warum ist Training fürs Weitwandern wichtig?
1. Frühzeitig mit dem Training beginnen
2. Trainingsplan fürs Weitwandern erstellen
3. Grundlagenausdauer verbessern
4. Trittsicherheit und Technik trainieren
5. Gleichgewicht und Balance stärken
6. Ganzkörpertraining integrieren
7. Bei jedem Wetter trainieren
8. Motivation hochhalten
Fazit: So wirst du fit fürs Weitwandern
Warum ist Training fürs Weitwandern wichtig?
Weitwandern bedeutet eine dauerhafte Belastung für Muskeln, Gelenke und Kreislauf. Ohne Vorbereitung steigt das Risiko für Erschöpfung, Verletzungen und Überlastung.
Die gute Nachricht: Mit gezieltem Training kannst du deine Leistungsfähigkeit deutlich steigern – und jede Etappe mehr genießen.
1. Frühzeitig mit dem Training beginnen
Mehrtägige Touren, egal ob Wanderungen oder Bergtouren, verlangen Ausdauer, Kraft und Koordination. Besonders Sehnen und Bänder brauchen Zeit, um stärker zu werden. Starte deswegen mindestens 2 bis 6 Monate vor deiner Tour mit dem Training. So kann sich dein Körper schrittweise an längere Belastungen anpassen.
2. Trainingsplan fürs Weitwandern erstellen
Klar, die verfügbare Freizeit ist meist das Limit. Hilfreich ist es dabei, sich einen realistischen Trainingsplan zu erstellen, der sowohl Ausdauereinheiten als auch Workouts zur Kräftigung und Beweglichkeit enthält. Zwei bis drei feste Termine für leichtes Ausdauertraining unter der Woche bilden dafür eine gute Basis. Längere Touren am Wochenende ergänzen das Training und setzen essentielle Trainingsreize. Wichtig ist auch, dass Ausdauersportler auf eine ausreichende Regenerationszeit achten. Wer sich zu viel vornimmt und dann nur einen Bruchteil des Trainings schafft, ist schnell frustriert. Grundsätzlich gilt: Lieber regelmäßige und dafür kürzere Einheiten planen, als nur ab und zu besonders lang und intensiv zu trainieren.
Ein strukturierter Trainingsplan sorgt für Fortschritt und Motivation:
2–3 Ausdauereinheiten pro Woche
längere Touren am Wochenende
feste Regenerationstage

3. Grundlagenausdauer verbessern
Eine gute Grundlagenausdauer ist das A und O für eine Mehrtageswanderung. Dafür eignen sich alle Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Rudern. Darüber hinaus kann man mit ein paar Verhaltensänderungen im Alltag schon viel erreichen: Treppensteigen statt Aufzugfahren oder einfach den Arbeitsweg mit dem Rad oder zu Fuß absolvieren. Wer sich auf Wander- oder Bergtouren vorbereitet, der sollte also auch im Alltag jeden Meter und jede Treppe für das Training nutzen.
Geeignete Aktivitäten fürs Grundlagenausdauertraining:
Wandern
Laufen
Radfahren
Schwimmen
Zusätzlich im Alltag trainieren: Treppen steigen, Wege zu Fuß zurücklegen.
4. Trittsicherheit und Technik trainieren
Trittsicherheit und Stabilität übt man am besten im Gelände: Das Laufen auf unebenem Terrain, im besten Fall über Wurzeln, Steine und Pfade, trainiert die Fußmuskulatur, das Gleichgewicht und die Koordination. Diese Fähigkeiten erleichtern das Gehen oder Laufen auf unebenen Wegen mit verschiedensten Oberflächen wie Nässe, Eis oder Geröll. Koordination- und Gleichgewichtsübungen kann man jederzeit in den Alltag oder ins Ausdauertraining einbauen: kurze Steigungen und Böschungen hinauflaufen dienen dem Training für die Berge. Ein paar Intervallläufe bergauf und bergab bringen einerseits wichtige Trainings-Höhenmeter und intensivere Belastungen für die Bein- und Rumpfmuskulatur zustande.
Unwegsames Gelände verlangt Koordination und Stabilität. Trainiere bewusst auf:
schmalen Pfaden
Wurzeln und Geröll
steilen An- und Abstiegen

5. Gleichgewicht und Balance stärken
Wer Baumstämme, kleine Mauern und andere Hindernisse nutzt, trainiert Gleichgewichtssinn, Körperspannung und Koordination. Genau diese Eigenschaften helfen bei ausgesetzten Passagen mit schwerem Rucksack, aber auch auf Wegen, wo Steine und Geröll überquert werden. Im Alltag und beim Lauftraining ist auch das Üben des einfachen Ein-Bein-Stands ein erster Schritt in Richtung Gleichgewichtstraining.
6. Ganzkörpertraining integrieren
Beim Wandern wird der ganze Körper beansprucht:
Beine: für Auf- und Abstiege
Rumpf: für Stabilität
Schultern & Arme: für Rucksack und Stöcke
Eine gut ausgebildete Bein- und Gesäßmuskulatur federt die ständige Druckbelastung ab und schützt Hüft- und Kniegelenke vor Überlastungen und Verletzungen. Der ungewohnte schwere Rucksack und das Gehen mit Stöcken erfordern Kraft und Stabilität im Rumpf, in den Armen und Schultern. Für ein gutes Ganzkörpertraining müssen Einsteiger wie Fortgeschrittene keine Gewichte im Fitnessstudio stemmen. Es gibt zahlreiche Apps und Online-Workouts mit dem eigenen Körpergewicht oder mit nur wenigen Hilfsmitteln. Auch beim Krafttraining gilt: moderat beginnen, dann langsam steigern. Hier unbedingt auf ausreichend Regeneration achten.

7. Bei jedem Wetter trainieren
Regen, Wind oder Kälte gehören zu jeder längeren Bergtour. Trainiere bewusst auch bei schlechten Bedingungen – so bist du mental und körperlich vorbereitet.
8. Motivation hochhalten
In der Vorbereitung und auf der Tour brauchen Bergsteiger im wahrsten Sinne des Wortes einen langen Atem. Die Motivation kann die langersehnte Wanderwoche oder die Besteigung des ersten Dreitausenders sein. Um die Motivation hoch zu halten, auch wenn die Tour noch in der Ferne liegt, gibt es viele Möglichkeiten: mit Freunden trainieren, ein Trainingstagebuch führen, Fitnesstracker-Apps nutzen, für Abwechslung beim Training sorgen, und ganz wichtig: Belohnung nicht vergessen.
Mit Freunden trainieren
Fortschritte tracken
Belohnungen einbauen
Fazit: So wirst du fit fürs Weitwandern
Die richtige Vorbereitung entscheidet über dein Erlebnis am Berg. Mit regelmäßigem Training, einer Mischung aus Ausdauer-, Kraft- und Balancetraining, guter Planung und etwas Geduld baust du genau die Fitness auf, die du für lange Touren brauchst.
Wie lange sollte ich für eine Mehrtagestour trainieren?
Mindestens 2 Monate, idealerweise 3–6 Monate, um Muskulatur und Ausdauer aufzubauen.
Wie oft sollte ich fürs Weitwandern trainieren?
Optimal sind 3–4 Einheiten pro Woche aus Ausdauer, Kraft und Technik.
Was ist wichtiger zum Wandern: Ausdauer oder Kraft?
Beides ist entscheidend – Ausdauer bildet die Basis, Kraft schützt vor Überlastung.
Kann ich mich nur durch Wandern vorbereiten?
Ja – aber ergänzendes Training (Kraft & Balance) verbessert deine Leistung deutlich.

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