
Die schönsten Kühe der Alpen
Foto: Ramona Waldner
Der Weltbauerntag wird jährlich gemeinsam mit dem Weltmilchtag am 1. Juni begangen. Anlass genug, euch die schönsten und traditionellsten Kühe der Alpen vorzustellen.
1. Montafoner Braunvieh
Anzahl:
Wenige 100, Bestand gefährdet
Verbreitung:
Montafon, südliches Vorarlberg, auf 600 bis 2.800 m Seehöhe
Größe:
- Stier: 1,33 - 1,42 m
- Kuh: 1,26 - 1,34 m
Wesen:
Sehr berggängig, bewegt sich aufgrund des geringen Gewichts sicher im steilsten alpinen Gelände. Hohe Vitalität, lange Nutzungsdauer. Sanft und Harmonie vermittelnd, manchmal aber auch temperamentvoll und wild.
Besonderheiten:
Schwarz pigmentiertes Maul mit hellem Saum, dunkle Klauen und Hornspitzen, flauschige Ohren, ausdrucksvolle Augen. Fühlt sich im Hochgebirge zu Hause.
2. Tux-Zillertaler

Anzahl:
Etwa 1.800
Verbreitung:
Zillertal und Tuxertal in Tirol, auf 550 bis 2.700 m Seehöhe
Größe:
- Stier: im Schnitt 1,40 m
- Kuh: 1,20 - 1,30 m
Wesen:
Temperamentvoll und kampflustig. Gute Grundfutterumsetzung. Bewegt sich im Hochgebirge sehr trittsicher.
Besonderheiten:
Kurzer, breiter Kopf und starke, in weiter Biegung nach vorn gerichtete Hörner – sogenannte Stechhörner.
3. Tiroler Grauvieh

Anzahl:
In Österreich circa 15.000
Verbreitung:
Nord- und Südtirol, die meisten Almen liegen sehr hoch – auf 1.600 bis 2.300 m Seehöhe
Größe:
- Stier: 1,33 - 1,40 m
- Kuh: 1,25 - 1,30 m
Wesen:
Lebhaft, aber gutmütig. Genügsam und langlebig, hohe Widerstandsfähigkeit gegen Wind, Wetter und Krankheiten. Leichtfüßig und geländegängig.
Besonderheiten:
Zählt zu den ältesten Rinderrassen des östlichen Alpenraums. Graues Fell in Schattierungen zwischen Silber- und Eisengrau. Schön nach oben geschwungene Hörner.
4. Pustertaler Sprinzen

Anzahl:
Circa 600, davon rund 180 in Südtirol und 420 in Österreich; Bestand stark gefährdet
Verbreitung:
Südtiroler Pustertal und Seitentäler, auf 700 bis 3.000 m Seehöhe; verstreute Zucht in Österreich
Größe:
- Stier: 1,35 - 1,45 m
- Kuh: 1,25 - 1,35 m
Wesen:
Temperamentvoll, robust, langlebig, gute Grundfutterverwertung.
Besonderheiten:
War die Hauptrinderrasse im Habsburgerreich unter Kaiser Franz Joseph. Gilt wegen der auffällig schwarz-weißen Musterung als Schönheitskönigin. Schwarz sind immer das Flotzmaul, die Augenlider, die Klauen und die Hornspitzen.
5. Original Pinzgauer

Anzahl:
Reinrassig rund 5.000
Verbreitung:
Almen im Hochgebirge
Größe:
- Stier: 1,45 - 1,50 m
- Kuh: 1,35 - 1,40 m
Wesen:
Genügsam, ruhig, friedfertig, zudem ausgestattet mit enormer Zugkraft. Gute Futterverwertung, große Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Verhältnisse und Klimazonen.
Besonderheiten:
Charakteristische kastanienbraune Färbung mit weißem Kamm am oberen Rücken, der sich bis zum Schwanz zieht. Im 19. Jahrhundert wurden sie „Bistumkühe“ genannt – sie standen für das erzbischöfliche Bistum Salzburg.
6. Eringer

Anzahl:
Circa 13.500
Verbreitung:
Im Schweizer Wallis; namensgebend ist das Erinergtal am Fuß der Walliser Alpen
Größe:
- Stier: 1,25 - 1,34 m
- Kuh: 1,18 - 1,28 m
Wesen:
Anpassungsfähig und anspruchslos, aber außerordentlich kampflustig: Ist den ganzen Sommer auf der Alm damit beschäftigt, um die Rangordnung in der Herde zu kämpfen.
Besonderheiten:
Kräftige Muskeln und starke Hörner – Eringer sind Kampfrinder für alle Höhenlagen. Man vermutet, dass sie von Tieren aus Nubien/Afrika abstammen und mit spanischen Rassen verwandt sind.
Hinweis
Die Steckbriefe entstammen dem Beitrag „Königin der Almen“ aus „Servus in Stadt & Land“ (Mai 2017).
Buch-Tipp
Drei Jahre lang hat Werner Lampert an seinem Bildband „Unberührte Schönheit“ gearbeitet, um die ursprünglichsten Rinderrassen der Welt zu besuchen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!


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