
Wie werde ich Hüttenwirt/in?
Foto: Ramona Waldner
Du träumst von einem Leben in den Bergen und möchtest eine Almhütte oder Schutzhütte bewirtschaften? Der Beruf als Hüttenwirt/in ist vielseitig – und deutlich anspruchsvoller, als viele denken. Hier erfährst du alles Wichtige rund um Aufgaben, Voraussetzungen, Ausbildung und Bewerbung, um Hüttenwirt/in zu werden.
1. Was ist ein Hüttenwirt?
Als Hüttenwirt/in bezeichnet man in Österreich, Deutschland und Südtirol eine Person, die eine alpine Schutzhütte vom Eigentümer pachtet und betreibt. Als Eigentümer der Hütte fungieren zumeist die alpinen Vereine, zum Beispiel der Österreichische Alpenverein (ÖAV), der Deutsche Alpenverein (DAV) oder der Alpenverein Südtirol (AVS), aber auch Gemeinden können eine Hütte besitzen. In der Schweiz spricht man von Hüttenwarten/innen. Diese sind – anders als auf den restlichen Alpenhütten – oft keine Pächter, sondern Angestellte.
2. Wo arbeitet man als Hüttenwirt?
Nicht jede Hütte ist gleich. Das gilt sowohl für die Anforderungen als auch für die Gäste – es besteht ein großer Unterschied zwischen Ski-, Alm und Schutzhütte. Zu manchen Hütten kann man direkt mit dem Auto über eine Straße zufahren, andere können nur zu Fuß erreicht werden und werden mit einer Materialseilbahn oder sogar einem Helikopter versorgt.
Manche Hütten öffnen nur für die Sommersaison ihre Pforten, andere haben wiederum das ganze Jahr über geöffnet. Je abgeschiedener eine Hütte liegt, desto mehr Fähigkeiten sollte der Hüttenwirt/die Hüttenwirtin mitbringen, da er/sie vieles selbst organisieren oder reparieren muss.
Hüttenwirte arbeiten also sowohl auf der Ausflugsalm mit Streichelzoo direkt neben einem großen Parkplatz als auch auf dem wetterexponierten Adlernest oberhalb des Gletschers auf knapp 4.000 m.

3. Aufgaben: Was macht ein Hüttenwirt?
Ein allgemeingültiges Anforderungsprofil gibt es nicht, die Arbeit auf jeder Hütte ist anders. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Hüttenwirt/eine Hüttenwirtin das „Mädchen für alles“ ist und vielfältige Aufgaben übernehmen muss. Das reicht vom Bewirten und Bekochen der Gäste über das Reparieren und Instandhalten der Hütte und Ausstattung bis hin zur gesamten Organisation der Versorgung und Finanzierung. Ein Hüttenwirt/eine Hüttenwirtin ist aber auch zu einem gewissen Teil für die Sicherheit der Mannschaft und Gäste verantwortlich. Um den Gästen passende Empfehlungen zu Touren machen zu können, muss man etwa über die aktuellen Wetterverhältnisse oder die Lawinenlage Bescheid wissen.
Als echte Allrounder sollten Hüttenwirtsleute Fähigkeiten und Kenntnisse in diesen Bereichen haben:
Gastronomie
Gäste bewirten und bekochen
Vorräte planen und einkaufen
Technik & Betrieb
Reparaturen und Instandhaltung
Energie-, Wasser- und Abfallmanagement
Wartung von Kleinkläranlagen
Trinkwassergewinnung und -versorgung
Organisation
Buchhaltung und Budgetplanung
Personalführung
Logistik (Versorgung der Hütte)
Marketing
Relevante rechtliche Kenntnisse
Sicherheit
Wetter-, Berg- und ev. auch Lawinenkenntnisse
Brandschutz
Erste Hilfe

4. Brauche ich als Hüttenwirt/in eine Ausbildung?
Es gibt weder eine vorgeschriebene Ausbildung noch eine Lehre zum Hüttenwirt. Je nach Land gibt es aber verschiedene rechtliche Auflagen beziehungsweise Voraussetzungen, die der Hüttenwirt mitbringen muss. So empfiehlt etwa der Österreichische Touristenklub allen Interessenten einen Befähigungsnachweis fürs Gastgewerbe. Auch wenn dieser für Schutzhütten der Kategorie I nicht unbedingt notwendig ist, sind Quereinsteiger ohne entsprechende Erfahrung oft mit den Anforderungen eines Gastbetriebes überfordert. Alpine Vereine bieten außerdem oft entsprechende Fortbildungen an: von der Öffentlichkeitsarbeit über Betriebswirtschaft bis hin zur Umwelttechnik.
Folgende Eigenschaften können von Hüttenwirten/Hüttenwirtinnen gefordert sein:
Erfahrung im Hotel- oder Gastgewerbe, möglicherweise auch in der Küche
Gastfreundschaft und Kundenorientierung
Technische und handwerkliche Fähigkeiten
Alpinistische Erfahrung
gute Organisationsfähigkeiten und starke Nerven
5. Wie finde ich eine Hütte?
Ist man nicht zufällig Hüttenbesitzer oder stammt aus einer Hüttenfamilien-Dynastie und „übernimmt“ die Bewirtschaftung, sieht der „klassische Weg“ so aus:
Man sucht eine Hütte, die zur Pacht ausgeschrieben ist – zum Beispiel von den Sektionen der alpinen Vereine.
Man reicht alle erforderlichen Unterlagen bei der jeweiligen Sektion ein.
Wenn man in die engere Auswahl kommt, wird man in der Regel zu einem Gespräch eingeladen, nach dem sich dann entscheidet, ob man den Zuschlag bekommt.
Hütten, die aktuell neue Pächter suchen, findet ihr hier.

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Wie viel kostet es, eine Hütte zu pachten?
Der Pachtvertrag wird zwischen den Hüttenwirtsleuten und dem Eigentümer verhandelt. Dabei kann die Pacht je nach Größe der Hütte, ihrer Lage und ihrer voraussichtlichen Einnahmen sehr unterschiedlich ausfallen.

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Wie wird die Hüttenpacht geregelt?
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Was verdient man als Hüttenwirt/in?
Das Einkommen variiert stark aufgrund verschiedener Faktoren:
Lage der Hütte
Saisonlänge
Besucherfrequenz
Pachtvertrag
Wetter
Bei Hütten, die dem Alpenverein gehören, wird jedenfalls unterteilt in Einnahmen aus Gastronomie und Nächtigungen. Während der Gewinn der Gastronomie üblicherweise bei den Hüttenwirtsleuten bleibt, gehören die Einnahmen der Nächtigungen der jeweiligen AV-Sektion. Die Wirtsleute erhalten aber meist eine (geringe) anteilige Rückvergütung.

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